Primavolt im Check: Ein Anbieter für Strom, Gas, Mobilfunk und DSL?
"Kann ich nicht einfach einen Anbieter für alles haben?" Diese Frage erreicht uns regelmäßig über das Kontaktformular – meistens von Leuten, die gerade wieder drei verschiedene Kundenportale nach drei verschiedenen Rechnungen durchsucht haben. Genau in diese Lücke zielt Primavolt: ein Anbieter, der Strom, Gas, Mobilfunk und DSL aus einer Hand verkauft. Klingt praktisch. Aber taugt es auch was? Wir haben uns die Tarife des Newcomers angesehen – und sagen es gleich vorweg: Primavolt ist einer unserer Partner, wir verlinken also mit Eigeninteresse. Umso wichtiger, dass wir ehrlich einordnen.
Wer steckt dahinter?
Primavolt ist erst seit 2026 am Markt. Das muss man klar sagen: Es gibt noch keine jahrelangen Erfahrungsberichte, keine gewachsene Bewertungshistorie, keinen Langzeittest. Wer nur bei Traditionsanbietern mit dreißig Jahren Firmengeschichte unterschreibt, ist hier falsch. Andererseits: Jeder Anbieter war mal neu, und junge Anbieter müssen über den Preis kommen – was Primavolt erkennbar tut. Der Ansatz, Energie und Telekommunikation zu bündeln, ist dabei gar nicht so exotisch, wie er klingt; im Ausland ist das Modell längst etabliert.
Die Mobilfunk-Tarife: drei Größen, alle mit 5G
| Tarif | Datenvolumen | Preis/Monat |
|---|---|---|
| Volt Basic 15 | 15 GB | 5,99 € |
| Volt Smart 35 | 35 GB | 8,49 € |
| Volt Pro 120 | 120 GB | 20,99 € |
Alle drei Tarife funken im 5G-Netz, alle drei laufen über 24 Monate, und alle drei kosten einmalig 19,99 € Bereitstellung. Diese drei Fakten solltest du kennen, bevor du dich vom Monatspreis blenden lässt.
Zur Einordnung: 15 GB für 5,99 € sind ein sehr ordentlicher Kurs – zum Vergleich kostet die 1&1 All-Net Flat Basic 9,99 € für 10 GB, Penny Mobil verlangt 5,99 € für gerade mal 5 GB. Der mittlere Tarif mit 35 GB für 8,49 € ist rechnerisch sogar der spannendste des Trios: Bei den großen Netzbetreibern zahlst du für ähnliches Volumen das Doppelte bis Dreifache. Der Pro-Tarif mit 120 GB richtet sich an Vielnutzer, die wir neulich in unserem Datenvolumen-Rechenartikel beschrieben haben – für alle anderen ist er schlicht überdimensioniert.
Die 19,99 € Bereitstellungsgebühr relativieren den Preisvorteil etwas. Auf 24 Monate umgelegt sind das 83 Cent pro Monat – aus 5,99 € werden effektiv 6,82 €. Immer noch günstig, aber rechne das mit, wenn du Tarife vergleichst. In unserem Direktvergleich kannst du genau solche Effektivpreise zweier Tarife nebeneinanderlegen.
DSL mit FRITZ!Box: die Telekom-Alternative fürs Festnetz
Beim Internet setzt Primavolt auf klassisches DSL in drei Stufen: Volt Start 50 für 34,99 €, Volt Plus 100 für 39,99 € und Volt Pro 250 für 47,99 € im Monat. Festnetz-Flat ist überall dabei – und, das ist der eigentliche Pluspunkt: eine FRITZ!Box ist inklusive.
Wer unseren Artikel zur freien Routerwahl gelesen hat, weiß, dass wir bei Routern pingelig sind. Viele Anbieter drücken ihren Kunden namenlose Mietrouter für 5 € Aufpreis im Monat aufs Auge. Dass hier das Markengerät ohne Mietgebühr dabei ist, spart über die Laufzeit real Geld und Nerven. Preislich liegen die DSL-Tarife im Mittelfeld – günstiger als die Telekom (MagentaZuhause ab 39,95 €), aber über den Kampfpreis-Aktionen mancher Kabelanbieter. Dafür gibt es DSL fast überall, während Kabel und Glasfaser vom Wohnort abhängen; die Grundsatzfrage klärt unser Anschluss-Vergleich vom Januar.
Alles aus einer Hand: Komfort oder Klumpenrisiko?
Bleibt das eigentliche Versprechen: Strom, Gas, Handy und Internet bei einem Anbieter, ein Kundenkonto, eine Ansprechstelle. Für wen lohnt sich das?
Ehrlich gesagt: Der Komfortgewinn ist real, aber er hat eine Kehrseite. Wer alles bündelt, macht sich abhängiger von einem einzigen Unternehmen. Läuft alles gut, ist das herrlich unkompliziert. Gibt es Ärger, betrifft er gleich mehrere Lebensbereiche. Und: Die Kündigungsdaten mehrerer Verträge wandern auseinander, wenn du zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgeschlossen hast – der "eine Anbieter" schützt dich nicht davor, vier Laufzeiten im Blick behalten zu müssen.
Immerhin: Die Rechtslage hat sich in den letzten Jahren spürbar zugunsten der Kunden verschoben. Nach der Mindestlaufzeit sind Telekommunikationsverträge monatlich kündbar, und die Kündigung selbst muss dank Kündigungsbutton mit wenigen Klicks online möglich sein. Das 24-Monats-Risiko ist also endlich – wer nach zwei Jahren unzufrieden ist, kommt zügig wieder raus. Trotzdem bleiben 24 Monate 24 Monate. Wechselfreudige Naturen, die jedes Halbjahr den Markt neu abgrasen, werden mit keinem Laufzeitvertrag glücklich, auch nicht mit diesem.
Unsere Haltung dazu: Bündeln ja, aber nur, wenn jeder einzelne Baustein für sich genommen konkurrenzfähig ist. Ein guter Handytarif rechtfertigt keinen teuren Stromvertrag – und umgekehrt. Bei Primavolt sind zumindest die Mobilfunktarife für sich genommen stark und das DSL solide; die Energiepreise musst du gegen deinen lokalen Grundversorger rechnen, das können wir dir nicht pauschal abnehmen.
Stärken und Schwächen im Überblick
- Stark: 35 GB mit 5G für 8,49 € – in dieser Klasse einer der besten Kurse am Markt.
- Stark: FRITZ!Box und Festnetz-Flat bei allen DSL-Tarifen inklusive, keine Router-Miete.
- Stark: Ein Anbieter, ein Portal, eine Hotline für vier Sparten.
- Schwäche: 24 Monate Laufzeit bei allen Tarifen – Flexibilität sieht anders aus.
- Schwäche: 19,99 € Bereitstellungsgebühr, die den Effektivpreis leicht anhebt.
- Schwäche: Junger Anbieter ohne Langzeit-Erfahrungswerte. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber ein Fakt.
Unsere Empfehlung
Primavolt ist kein Tarif für Menschen, die maximale Flexibilität wollen – die 24 Monate sind gesetzt, und monatlich kündbare Alternativen gibt es anderswo. Wer aber ohnehin plant, zwei Jahre bei einem Tarif zu bleiben, bekommt hier viel Volumen und ordentliche Hardware für vergleichsweise wenig Geld. Besonders der Smart-35-Tarif und das DSL-Paket mit inkludierter FRITZ!Box können sich sehen lassen.
Alle aktuellen Primavolt-Tarife findest du in unserer Primavolt-Übersicht. Und wenn du unsicher bist, ob das Gesamtpaket zu deiner Situation passt: Über unser Kontaktformular kannst du einen kostenlosen Rückruf anfordern – wir rechnen das gemeinsam durch, ohne dass du auf der Seite irgendetwas abschließen musst.
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