congstar im Check: Was das Telekom-Netz für 10 Euro wirklich taugt
Zehn Euro für fünf Gigabyte. Auf dem Papier ist das 2026 kein Angebot, sondern eine Zumutung – bei Lycamobile bekommst du dieselben fünf Gigabyte für zwei Euro, inklusive 5G. Trotzdem hat congstar seit Jahren eine erstaunlich treue Kundschaft. Der Grund dafür steht nicht im Datenblatt, sondern im Netz dahinter.
Der Ordnung halber vorweg: congstar gehört seit Juli zu den Partnern von internet-deals.de. Genau deshalb reden wir hier ausführlich über die Punkte, die gegen die Tarife sprechen. Ein Werbetext nützt dir nichts.
Die vier Allnet-Flats im Überblick
congstar ist die Zweitmarke der Deutschen Telekom und funkt im Original-D1-Netz. Das Mobilfunk-Portfolio ist übersichtlich, hier die Zahlen, Stand August 2026:
| Tarif | Aktionspreis mtl. | Listenpreis | Datenvolumen | Standard |
|---|---|---|---|---|
| Allnet Flat S | 10,00 € | 15,00 € | 5 GB | 4G/LTE |
| Allnet Flat M | 15,00 € | 20,00 € | 15 GB | 5G + eSIM |
| Allnet Flat L | 20,00 € | 30,00 € | 25 GB | 5G + eSIM |
| Allnet Flat XL | 30,00 € | 40,00 € | unbegrenzt | 5G + eSIM |
Alle vier enthalten eine Allnet-Flat in alle deutschen Netze und eine SMS-Flat. Und alle vier sind in der Flex-Variante monatlich kündbar – das ist der Punkt, den man leicht überliest, obwohl er der wichtigste ist. Wir kommen darauf zurück.
Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens: Die Allnet Flat S hat kein 5G und keine eSIM. Sie funkt im LTE-Netz, wie ein Tarif von 2019. Zweitens: Der Sprung von S auf M kostet fünf Euro und bringt zehn Gigabyte plus 5G plus eSIM. Das ist das beste Fünf-Euro-Upgrade im ganzen Portfolio, und es macht die S für fast niemanden zur richtigen Wahl.
Der eigentliche Verkaufsgrund heißt D1
congstar verkauft keine Gigabyte, congstar verkauft Netzqualität. Die SIM-Karte hängt im Telekom-Netz – nicht in einem abgespeckten Ableger, sondern in demselben Netz, in dem auch die deutlich teureren MagentaMobil-Tarife funken. Wer regelmäßig zwischen Städten pendelt, im Zug arbeitet oder in einer ländlichen Gegend wohnt, kennt den Unterschied: Das ist die Ecke, in der O2-Kunden ihr Handy aus dem Fenster halten und Telekom-Kunden telefonieren.
Fair bleiben muss man trotzdem. In einer gut versorgten Großstadt ist der Abstand zwischen den drei Netzen inzwischen klein geworden, und für Instagram im Bus reicht auch O2. Der D1-Aufpreis rechnet sich dort, wo die Netzkarte löchrig ist – und nur dort. Wo welches Netz wie gut funkt, haben wir im Netzabdeckungs-Vergleich aufgeschlüsselt. Schau vor dem Abschluss auf deine eigene Adresse und deine Pendelstrecke, nicht auf den bundesweiten Durchschnitt.
Der Preisvergleich, ohne Schönfärberei
Jetzt der unangenehme Teil. Gegen die Discounter verliert congstar bei jeder reinen Preisrechnung, und zwar deutlich:
- Die Allnet Flat S kostet 10 € für 5 GB ohne 5G. Lycamobile verlangt für 5 GB mit 5G 2,00 €, Primavolt liefert 15 GB mit 5G für 5,99 €. Beide funken allerdings im O2-Netz. Unsere Empfehlung ist trotzdem klar: Finger weg von der S. Entweder du willst D1 – dann nimm die M – oder du willst sparen, dann bist du bei den Allnet-Flats unter 10 Euro besser bedient.
- Die Allnet Flat M ist der Tarif, um den es hier eigentlich geht. 15 € für 15 GB, 5G, eSIM, D1 und monatlich kündbar. Blau bietet 15 GB für 10,99 €, aber im O2-Netz und mit dem üblichen Kleingedruckten. Vier Euro Aufpreis im Monat für das Telekom-Netz und volle Flexibilität – das ist ein Preis, über den man nicht lange diskutieren muss.
- Die Allnet Flat L mit 25 GB für 20 € ist solide, und die XL mit unbegrenztem Volumen für 30 € ist der Tarif für Leute, die tatsächlich unterwegs streamen. Ehrliche Frage vorher: Brauchst du das? Die meisten Menschen liegen unter 15 GB im Monat. Wie du deinen echten Verbrauch in zwei Minuten ausrechnest, steht in unserem Ratgeber Wie viel Datenvolumen brauche ich? – wer dort bei 12 GB landet, zahlt bei der XL zehn Euro im Monat für Luft.
Wer die Tarife direkt gegen die Konkurrenz stellen will: Im Direktvergleich siehst du zwei beliebige Tarife mit den effektiven Monatskosten nebeneinander. Alle aktuellen congstar-Konditionen liegen auf unserer congstar-Übersicht.
Der DSL-Tarif: ordentlich, aber mit Deckel
Neben Mobilfunk verkauft congstar auch Festnetz. Es gibt genau einen Tarif, die Internet & Phone Flat: 24,99 € statt 34,99 €, bis zu 50 Mbit/s über das Telekom-Festnetz, Telefon-Flat ins deutsche Festnetz, WLAN-Router inklusive, 24 Monate Laufzeit.
Zur Einordnung: Die Telekom verlangt für dieselbe Leitung mit 50 Mbit/s im MagentaZuhause S 39,95 €. Fünfzehn Euro Unterschied im Monat für technisch identischen Zugang – das ist das Zweitmarken-Prinzip in seiner reinsten Form. Auf der anderen Seite gibt es 1&1 DSL 50 für 19,99 €, allerdings ohne Telefon-Flat, und Deutsche Glasfaser liefert für exakt dieselben 24,99 € gleich 100 Mbit/s – wenn Glasfaser bei dir liegt.
Und da ist der Deckel: 50 Mbit/s ist bei congstar nicht der Einstieg, sondern das Maximum. Wer 100, 250 oder 1.000 Mbit/s will, ist hier an der falschen Adresse und sollte erst prüfen, was an seiner Anschlussdose überhaupt möglich ist – der Unterschied zwischen den Anschlussarten ist größer als der zwischen den Anbietern, siehe DSL, Kabel oder Glasfaser. Wer gar keinen Festnetzanschluss bekommt, findet im congstar Homespot eine Notlösung: Internet für zuhause über das Mobilfunknetz, ohne Techniker-Termin.
Wichtig noch: Anders als die Handytarife hat der DSL-Tarif 24 Monate Bindung. Die Flexibilität, die congstar im Mobilfunk zum Argument macht, gilt beim Festnetz nicht.
Die zwei Punkte, die du vor dem Klick kennen solltest
Erstens, der Streichpreis ist echt. Die 10, 15, 20 und 30 Euro sind Aktionspreise, die Listenpreise liegen bei 15, 20, 30 und 40 Euro. Wie lange die Aktion für dich gilt, steht im Bestellprozess und nicht im Werbebanner – lies diese Zeile, bevor du bestätigst. Der Trost: Bei einem monatlich kündbaren Flex-Tarif ist der Ausstieg trivial. Steigt der Preis, kündigst du zum Monatsende und nimmst deine Rufnummer mit. Wie das mit der Mitnahme funktioniert, steht im Ratgeber Handyvertrag kündigen. Genau hier ist congstar den Discountern mit 24-Monats-Bindung überlegen: Du kannst die Aktion mitnehmen, ohne dich zwei Jahre daran zu fesseln.
Zweitens, achte auf die Variante. congstar führt seine Tarife mit und ohne Laufzeit. Die monatlich kündbare Flex-Variante ist die interessante, und sie ist nicht automatisch vorausgewählt. Ein falscher Klick im Bestellprozess und du hast 24 Monate unterschrieben, für einen Tarif, dessen ganzer Reiz die Kündbarkeit war.
Unterm Strich
congstar ist kein Schnäppchen und will keins sein. Es ist der Kompromiss für Leute, die das Telekom-Netz wollen, aber nicht die Telekom-Preise – und die sich nicht binden möchten. Der Tarif, auf den das zutrifft, ist die Allnet Flat M für 15 Euro: 15 GB, 5G, eSIM, D1, monatlich raus. Das ist ein sauberes Angebot ohne Haken.
Die S würden wir überspringen, die XL nur, wenn du dein Datenvolumen wirklich ausreizt. Beim DSL-Tarif lohnt der Blick nur, wenn 50 Mbit/s dir reichen und du die Telefon-Flat brauchst – ansonsten sind Glasfaser oder Kabel an derselben Adresse häufig das bessere Geschäft. Und wenn dich am Ende nur der Preis interessiert und dein Netz ohnehin überall funkt: Dann ist congstar nicht dein Anbieter, und das ist völlig in Ordnung.
Unsicher, ob sich der D1-Aufpreis an deiner Adresse rechnet? Über unser Rückruf-Formular schauen wir kostenlos mit dir drauf – ohne Warteschleife und ohne Verkaufsdruck.
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