Deutsche Glasfaser: Was hinter der 24,99-€-Aktion steckt
24,99 Euro im Monat. Für jeden Tarif. Egal ob 100 Mbit oder ein volles Gigabit.
Das ist das Aktionsmodell der Deutschen Glasfaser in diesem Sommer, und es ist erfrischend simpel: Zwölf Monate lang zahlst du für jeden Tarif denselben Preis, erst danach greifen die regulären Konditionen. Klingt fast zu aufgeräumt für die Telekommunikationsbranche – und tatsächlich gibt es drei Dinge, die du wissen solltest, bevor du bestellst. Der Ordnung halber auch hier vorab: Die Deutsche Glasfaser ist Partner von internet-deals.de. Wir ordnen trotzdem ehrlich ein, oder besser: gerade deshalb.
Erst die Substanz: echtes FTTH
Bevor wir rechnen, ein Satz zur Technik, weil er den Unterschied macht. Deutsche Glasfaser verlegt FTTH – Fiber to the Home, die Glasfaser endet also tatsächlich in deiner Wohnung, nicht im grauen Kasten an der Straßenecke. Das bedeutet: volle Bandbreite ohne geteiltes Medium, stabile Latenz auch am Sonntagabend, und Upload-Raten, von denen DSL-Kunden nur träumen. Wer regelmäßig Videocalls führt, Fotos in die Cloud schiebt oder große Dateien verschickt, merkt den Unterschied im Alltag deutlicher als beim reinen Speedtest-Wert.
Dazu kommt ein strategisches Argument: Die Kupfernetze werden in den kommenden Jahren schrittweise stillgelegt, die Richtung ist politisch und technisch beschlossen. Was das für DSL-Haushalte bedeutet, haben wir schon im Januar im Artikel zur Kupfer-Abschaltung beschrieben. Kurzfassung: An der Glasfaser führt mittelfristig kein Weg vorbei – die Frage ist nur, wann und zu welchen Konditionen du umsteigst.
Punkt 1: Nach zwölf Monaten wird regulär abgerechnet
Jetzt zum Kleingedruckten, das hier immerhin gar nicht so klein ist. Nach dem Aktionsjahr gelten die normalen Preise, und die unterscheiden sich je nach Tarif erheblich:
- Basic 100 (100 Mbit): danach 39,99 €
- Classic 300 (300 Mbit): danach 49,99 €
- Premium 500 (500 Mbit): danach 69,99 €
- Giga 1000 (1.000 Mbit): danach 89,99 €
Rechnen wir das ehrlich durch, am Beispiel des Classic 300 über die übliche Laufzeit von 24 Monaten: zwölf Monate à 24,99 € plus zwölf Monate à 49,99 € ergibt im Schnitt 37,49 € pro Monat. Das ist für 300 Mbit echtes FTTH ein ordentlicher Kurs – aber eben nicht der Kampfpreis aus der Werbung. Beim Giga 1000 fällt der Sprung noch deutlicher aus: von 24,99 € auf 89,99 €, mehr als das Dreifache. Wer im Aktionsjahr aus Übermut den Gigabit-Tarif bucht, sollte sich den Preis ab Monat 13 sehr bewusst machen.
Unser pragmatischer Rat: Buch den Tarif, dessen regulären Preis du dauerhaft tragen willst, nicht den, der sich im Aktionsjahr am besten anfühlt. Für die meisten Haushalte ist das der Basic 100 oder der Classic 300 – und ein Upgrade geht später immer noch. Nach der Mindestlaufzeit bist du monatlich kündbar und kannst neu verhandeln oder wechseln.
Punkt 2: Ein Router ist nicht dabei
Anders als bei vielen DSL-Anbietern liegt dem Vertrag kein Router bei. Deutsche Glasfaser vermietet dir mit "DG WLAN Plus" ein Gerät für 6,99 € im Monat – über 24 Monate sind das knapp 168 Euro, über vier Jahre schon über 330. Die Alternative: eine eigene glasfasertaugliche FRITZ!Box, einmalig ab etwa 170 Euro. Die gehört dir dann, zieht bei einem Anbieterwechsel mit um und kann in aller Regel mehr als das Mietgerät. Dank freier Routerwahl darf dir der Anbieter das nicht verwehren – die Details und die Einrichtung haben wir im Routerwahl-Ratgeber durchgespielt.
Ist der Mietrouter deshalb Unsinn? Nein. Wer sich um nichts kümmern will und bei Problemen einen Ansprechpartner samt Gerätetausch schätzt, fährt mit den 6,99 € vertretbar. Es ist Bequemlichkeit gegen Geld – man sollte den Tausch nur bewusst eingehen und die Position bei der Preisrechnung nicht vergessen.
Punkt 3: Das Angebot gilt nur, wo Deutsche Glasfaser baut
Der vielleicht wichtigste Punkt, und zugleich der unromantischste: Du kannst diesen Tarif nicht einfach überall bestellen. Deutsche Glasfaser baut vor allem dort, wo die großen Netzbetreiber lange einen Bogen drum gemacht haben – in ländlichen Gemeinden und am Stadtrand. Ob deine Adresse dabei ist, klärt der Verfügbarkeitscheck in wenigen Sekunden.
Und wenn dein Ort noch nicht ausgebaut, aber im Gespräch ist? Dann läuft dort womöglich gerade eine Nachfragebündelung: Erst wenn genug Haushalte vorab unterschreiben, rollen die Bagger. Während dieser Phase ist der Hausanschluss üblicherweise kostenlos – wer später einzeln nachbestellt, zahlt dafür schnell einen hohen dreistelligen bis vierstelligen Betrag. Ob sich so ein Vorvertrag lohnt und welche Fragen du vorher stellen solltest, haben wir im März im großen Glasfaser-Ausbau-Überblick beantwortet. Die Kurzantwort: Wenn Glasfaser in deiner Straße realistisch nur über diesen Weg kommt, ist der kostenlose Hausanschluss ein starkes Argument – auch wenn zwischen Unterschrift und erstem Bit gern mal ein Jahr vergeht. Geduld gehört bei diesem Thema leider zur Grundausstattung.
Für wen lohnt sich das?
Ein Aspekt, der im Sommer 2026 zusätzlich zählt: Wer viel im Homeoffice arbeitet oder abends zu viert im Haushalt streamt, während draußen die Fußball-Übertragung läuft, profitiert von der Konstanz der Glasfaser mehr als von der reinen Spitzengeschwindigkeit. 300 stabile Mbit schlagen im Alltag 500 wackelige.
Ganz klar: für Haushalte im Ausbaugebiet, die heute auf DSL mit 16, 50 oder 100 Mbit festsitzen. Der Sprung auf echtes FTTH für 24,99 € im ersten Jahr ist da schlicht ein gutes Geschäft, selbst wenn man den regulären Preis ab Monat 13 und die Router-Frage einrechnet. Zukunftssicher ist der Anschluss obendrein – die Kupferleitung vor deinem Haus hat ein Ablaufdatum, die Glasfaser nicht.
Wer dagegen in der Stadt wohnt und bereits günstiges Kabel oder gar einen anderen Glasfaseranbieter zur Wahl hat, sollte nüchtern vergleichen statt reflexhaft zu bestellen. Alle aktuellen Tarife und den Verfügbarkeitscheck findest du auf unserer Deutsche-Glasfaser-Übersicht – und wenn du deine Situation lieber durchsprechen willst, melde dich über den kostenlosen Rückruf. Fünf Minuten Gespräch ersparen erfahrungsgemäß zwei Jahre falschen Tarif.
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